Ich hatte im Kindergarten noch kein Tablet…

…die jetzige Kindergartengeneration offenbar schon. Aber nehme nur ich das so wahr oder ist das wirklich so?

„Die Jugend von heute…“ ist ein nerviger Satz, doch eigentlich steckt auch viel Wahrheit in darin, schließlich verändert sich diese Welt immer mehr. Aber wie  verändert sich das Leben von Kinder und Jugendlichen in Bezug auf die Digitalisierung wirklich? Das wird in der KIM-Studie untersucht, die seit 1999 den Medienumgang von 6- bis 13-Jährigen untersucht.

„Seit dem Jahr 2000 hat sich der Handybesitz versechsfacht“, schreibt die Studie des Jahres 2005. In diesem Jahr haben laut Angaben der Erziehungsberechtigten im Durchschnitt 35% der Befragten Kinder ein Handy. Wobei mit Handy an dieser Stelle ein Gerät gemeint ist dessen Hauptzweck das Telefonieren außerhalb des Hauses ist. Smartphones sind in der Studie des Jahres 2005 noch nicht aufgeführt. Ab dem Jahr 2012 wurde dann auch der Besitz von Smartphones abgefragt. Dieser war zunächst recht niedrig, steigerte sich jedoch immer weiter, bis er schließlich in der Studie von 2020 hinter der gemeinsamen Abfrage von Handys und Smartphones auf dem zweiten Platz steht und das mit 42%. Zu beobachten ist außerdem, dass der Besitz eines reinen Handys immer weiter sinkt. Was man allerdings beachten sollte ist, dass es sich bei den Kindern der Befragten teils um Jugendliche auf Weiterführenden Schulen handelt, also keineswegs nur um Grundschulkinder. Kindergartenkinder sind vollkommen ausgenommen in dieser Studie. Für die 2- bis 5- Jährigen gab es erstmals 2012 die sogenannte miniKIM-Studie. In dieser zeigt sich ein deutliches Bild, neben Kassettenrekordern und CD-Playern besaßen die Kinder kaum eigene Mediengeräte. Ähnlich sieht die Studie von 2014 aus. Nach einer sechsjährigen Pause der miniKim-Studie zeigt sich jedoch in der neusten Studie von 2020 ein klarer Anstieg in vielen Bereichen. Fast ein Fünftel aller Kinder dieses Alters besitzt demnach einen Kindercomputer, Computer oder Laptop speziell für Kinder, was ein Anstieg von 10 Prozentpunkten im Vergleich zu der Studie 2014 bedeutet. Den deutlichsten Anstieg sieht man bei dem Besitz von Tablets, hier stieg die Menge von 1% auf 14%.

Der Besitz von Mediengeräten bei Kindern hat sich zusammenfassend in den letzten Jahren deutlich vervielfacht.

Franziska Ewald

Franziska Ewald

ehem. Chefredakteurin, ehem. Ressortleitung Kultur und Schule

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