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Dieser Gastbeitrag befasst sich mit einem schwierigen Themengebiet, was betroffene Personen triggern könnte. Außerdem wurde er allein basierend auf den Informationen von Recherchen im Internet geschrieben und nicht von Fachleuten, die sich damit genauer auskennen. Dementsprechend bitten wir darum, dass dieser Artikel als Einblick in das Themengebiet verstanden und nicht als seriöse Quelle weiterverwendet wird.

PTSD (post-traumatic-stress-disorder) oder im Deutschen auch PTBS (posttraumatische Belastungsstörung) genannt, ist eine relativ bekannte psychische Erkrankung. Wie der Name schon sagt, treten die Symptome nach einem potenziell-traumatischen Ereignis auf, bei dem man mit dem drohenden Tod oder der körperlichen Versehrtheit konfrontiert wurde oder die unmittelbare Beobachtung eines eben genannten Falles erlebt hat. Typische Auslöser sind Unfälle, Überfalle oder Vergewaltigungen, aber auch Geburten oder Operationen können eine PTSD auslösen. Überdurchschnittlich häufig leiden Soldaten unter dieser psychischen Erkrankung, wenn sie aus ihrem Dienst entlassen wurden.

Das Wiedererleben des traumatischen Ereignisses, auch Flashbacks genannt, die damit häufig verbundenen Schlafstörungen und Vermeidung von bestimmten Situationen sind alles Symptome der Krankheit. Genauso wie Überempfindlichkeitsreaktionen, die sich vor allem mit Reizbarkeit, Erregung, Ärger, Wachsamkeit und chronischen Schmerzen (Schmerzen, die länger als drei Monate anhalten und wegen eines überempfindlichen Nervensystems anhalten, obwohl die Ursache schon abgeheilt ist) zeigen. Chronische Schmerzen können genauso wie Depressionen, Suchterkrankungen (häufig Folgen der Symptome, da betroffene Personen sich nicht mehr anders zu helfen wissen) und Angststörungen zu Fehldiagnosen führen und dementsprechend im Endeffekt zu Fehlbehandlungen, da das ursprüngliche Trauma nicht erkannt wurde.

Durch die Symptomatik fällt es betroffenen schwer ihren normalen Alltag zu bewältigen, was, wie oben schon erwähnt, zum übermäßigen Konsum von Alkohol und anderen Drogen führen kann. Besonders begehrt scheint Benzodiazepin zu sein, da es eine anxiolytische, Muskel relaxierende und auch hypnotische Wirkung haben kann.

Kommen wir nun zur Entstehung einer posttraumatischen Belastungsstörung. Normalerweise verarbeiten wir Menschen traumatische Ereignisse im Schlaf, es bleibt zwar eine Erinnerung an das Geschehen, aber die Emotionen, welche wir währenddessen verspürt haben, treten nur noch in abgeschwächter Weise auf. Menschen die an PTSD leiden, konnten das traumatische Ereignis nicht verarbeiten. Das Gehirn ist überfordert und kann Erinnerungen und Gefühle nicht voneinander trennen. Dadurch können bestimmte Auslöser im Alltag die Bilder und Gefühle wiederaufleben lassen und es werden die gleichen Emotionen verspürt, wie zum Moment des Ereignisses. Das andauernde wiedererleben des Ereignisses führt wiederum zu einer dauerhaft vegetativen (unterbewussten) Anspannung und im Endeffekt zum sozialen Rückzug, um solche Situationen zu vermeiden.

Der Vorgang im Gehirn ist sehr kompliziert und man hat in den letzten Jahren viele Beobachtungen gemacht und daran geforscht, aber bisher gibt es keine genaue Erklärung für die Vorgänge im Gehirn, welche beobachtet wurden.

Man geht davon aus, dass wenn auch noch Wochen später beim Gedanken an das traumatische Ereignis die gleichen Reaktionen hervorgerufen werden wie zum Zeitpunkt des Geschehens, dass das Stresshormonsystem durch einander geraten ist, was auch die akuten Stressreaktionen und Überempfindlichkeitsreaktionen erklärt. Außerdem wurde eine ungewöhnlich hohe Aktivität der Amygdala (Teil des limbischen Systems im Gehirn) festgestellt. Dieser Teil des Gehirns ist zuständig für das Erkennen und Einstufen von Gefahren. Die Aktivität steigt an, wenn das Gehirn etwas als Gefahr einstuft, sinkt aber normalerweise wieder, sobald das Gehirn merkt, dass es ein „Fehlalarm“ war und die Situation zu Unrecht als Gefahr eingestuft wurde. Bei PTSD-Betroffenen beleibt die Aktivität erhöht. Gleichzeitig zeigt der ventromediale präfrontale Kortex, der Bereich der Hirnrinde, der bei Gesunden die Furchtreaktion kontrolliert, eine geringe Aktivität. Bei PTSD-Betroffenen wird das traumatische Ereignis nicht als „Normale Erinnerung“ im Hippocampus (für die Gedächtnisbildung zuständig) abgespeichert, sondern es folgt eine sogenannte „Fehlspeicherung“, was die unwillkürlichen Abrufe der Erinnerungen und Flashbacks zur Folge hat. Um zu verstehen, wie es zu dieser „Fehlspeicherung“ oder passender gesagt zu gar keiner Speicherung kommt, muss man den groben Ablauf von Speicherungen im Gehirn kennen.

An den Thalamus (auch Tor des Bewusstseins genannt) werden vom Körper und den Sinnesorganen Informationen weitergeleitet, welche dort nach der Wichtigkeit gefiltert werden. Nur die wichtigen Informationen werden uns dann bewusst. Die Amygdala, welche ich oben schon einmal erwähnt hatte, ist an der Konditionierung von Angst beteiligt und ist für die Wiedererkennung von Situationen und die Analyse von Gefühlen zuständig. Hier werden Ereignisse mit Gefühlen verknüpf und gespeichert, jedoch werden die Gefühle nicht bewertet. Im Hippocampus werden die Ereignisse dann zeitlich und geografisch zugeordnet und Reize werden bewertet. Es spielt auch eine wichtige Rolle beim Überführen von Informationen aus dem Kurzzeitspeicher in den Langzeitspeicher. Der Langzeitspeicher ist die Großhirnrinde. Hier findet die finale Abspeicherung ab.                                                                                                                                                                                       Bei Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung wird das Gehirn mit Stresshormonen überfordert, was sich vor allem auf den Hippocampus auswirkt. Die Zusammenarbeit der Amygdala und des Hippocampus ist gestört, wodurch zwar der Ablauf in der Amygdala normal funktioniert, aber die vollständige Zuordnung des Erlebten in Verbindung mit der Realität kann im Hippocampus nicht stattfinden. Dadurch entsteht eine „hippocampale Amnesie“, was bedeutet, dass es keine reale Erinnerung an die Situation gibt. Da der Hippocampus das Trauma nicht verarbeiten konnte, überwiegt das emotionale Gedächtnis der Amygdala. Einerseits bleiben die intensiven Erinnerungen, andererseits gibt es Erinnerungslücken bezüglich des Geschehnisses. Die noch nicht abgespeicherte Erinnerung entwickelt ein Eigenleben, welches sich dem Bewusstsein entzieht und wodurch zahlreiche Reize als Trigger empfunden werden können. Allgemein gilt, dass traumatische Ereignisse in einen Gesamtzusammenhang gebracht werden müssen, da sich erst dann die Einstellung entwickeln kann, dass etwas vorbei ist und man es überlebt hat.

Eine Studie aus China, bei der nach einem Erdbeben 78-PTSD-Betroffene und 71 nicht-PTSD-Betroffene untersucht wurden, bestätigt die erhöhte Aktivität der Amygdala, welche ein Schutzmechanismus des Gehirns ist, bei dem Gliazellen verstärkt (sind für die Bildung des Zellgewebes im Gehirn verantwortlich) ausgebildet werden. Es konnte auch ein Unterschied zwischen einem Frühstadium und einem Spätstadium festgestellt werden. Anfangs ist die Konzentration der Aminosäure N-Acetylaspartat höher, als später, wobei die Konzentration dieser Aminosäure allgemein im anterioren cingulären Kortex erhöht ist, bei PTSD-Betroffenen. Weitere neue Erkenntnisse waren, dass die Krankheit nicht nur psychische, sondern auch physiologische Schäden (Schädigung von Hirngewebe) hinterlässt. Solche Studien, wie diese aus China, geben ein Einblick in die metabolischen Prozesse, die ein Trauma im Gehirn auslöst. Das ist sowohl für ein besseres Verständnis der Krankheit gut, als auch für eine Verbesserungen der Traumatherapien sehr hilfreich.

Die Behandlung von PTSD besteht aus vielen Therapien. Eine relativ neue Therapie ist die Ketamintherapie. Ketamin ist ein Antidepressivum, was sofort wirkt und dem Patienten über eine Infusion verabreicht wird. Die Wirkung hält ganz unterschiedlich lang an. Bei manchen für ein paar Tage, andere Wochen und in selteneren Fällen hält die Wirkung sogar mehrere Monate bis Jahre, aber meistens ist mehr als nur eine Infusion nötig. Es ist die einzige Substanz von der wir wissen, dass sie eine antisuizidale Wirkung hat und es verbessert wohl auch die Neuroplastizität, was nichts anderes bedeutet, als dass das Gehirn eher gewillt ist zu lernen, wodurch Patienten offener für andere therapeutische Verfahren sind, sodass man im Zeitfenster der Ketamintherapie sehr intensiv mit den Patienten arbeiten kann. Diese besondere Art der Therapie wird mit noch anderen Therapiemethoden wie zum Beispiel der Psychotherapie, Hypnose oder Magnetstimulation (reduziert die depressiven Anteile und hilft gegen Suchtdruck und chronische Schmerzen). Ergänzende Therapien der psychotherapeutischen Behandlung sind Neurofeedback (die Hirnaktivität wird gemessen) und HRV-Biofeedback (Messung der zeitlichen Abstände zwischen zwei Herzschlägen und Atmung und Herzschlag soll rhythmisiert werden). Diese beiden Behandlungen helfen dabei den vegetativen Erregungszustand (unterbewusster Unruhezustand) zu reduzieren und Schlafstörungen zu verbessern.

Eine etwas ungewöhnlicher Therapiemethode ist die EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing). Hier geht es darum das Trauma und die damit verbunden Affekte neu zu bewerten und abzuspeichern. Das Ganze läuft wie folgt ab: Die Person nimmt eine Beobachterrolle ein und folgt einer bilateralen Stimulation z.B. den Bewegungen des Fingers vom Therapeuten und gleichzeitig konzentriert sie sich auf ein Ereignis, welches nicht verarbeitet werden konnte oder einen Teil davon. Durch die bilaterale Stimulation werden beide Hirnhälften gleich stark aktiviert und somit auf das traumatische Ereignis synchronisiert. Die Beobachterperspektive schafft eine emotionale Distanz und ermöglicht so eine Neubewertung der Ereignisse, die nun langsam abgespeichert werden können. Die Neuerarbeitung der „eingefrorenen“ Erinnerungen ist eine große Entlastung für den Patienten, da durch das Anstoßen des Informationsverarbeitungsprozesses einige der Erinnerungen verblassen, was eine sehr große Entlastung ist, die sowohl spürbar, als auch sichtbar ist. Der genaue Wirkungsmechanismus dieser Methode ist noch nicht geklärt, aber es gibt Hinweise darauf, dass es ein eigenständiger neurobiologischer Mechanismus ist und man vermutet, dass es ein ähnlicher Prozess wie die Augenbewegungen im REM-Schlaf (rapid-eye-movement), wo die Geschehnisse aus dem Alltag verarbeitet und sortiert werden oder dass es sich um eine Aktivierung der Orientierungsreaktion handelt. An der Antwort darauf wird im Moment sehr intensiv geforscht. Für ein besseres Verständnis fasse ich die Wirkung der Methode noch einmal kurz zusammen. EMDR bewirkt neuronale Veränderungen, die den Entwicklungs- und Selbstheilungsprozess in Gang setzen. Der Verarbeitungsprozess wird beschleunigt und es findet eine Umstrukturierung statt. Die traumatischen Ereignisse werden neu bewertet und die Einstellung zu sich selbst und den eigenen Ressourcen verändert sich.

Es ist sehr wichtig, dass während der Behandlung keine erneute Traumatisierung stattfindet. Dafür ist die Voraussetzung nötig, dass die Patient-Therapeut-Beziehung vertrauensvoll ist und es eine spezialisierte Therapie für jeden Betroffen gibt und passend dazu einen Therapeuten, der speziell auf dem Gebiet der PTSD ausgebildet wurde. Viele dieser Punkte gelten auch für andere psychische Krankheiten.                                                                                        Allgemein gilt, je früher die Behandlung, desto schneller und effizienter ist sie.